Transformationsunterricht macht Strukturwandel erlebbar
Vom 1. bis 3. Juli 2026 nahmen drei 9. Klassen der Dreiklang Oberschule am Transformationsunterricht im neuen CAMP Schwedt teil. Jeweils einen Vormittag lang setzten sich die Schülerinnen und Schüler mit dem Strukturwandel ihrer Stadt auseinander. Dabei wurden schulische Lehrinhalte mit konkreten Zukunftsprojekten, neuen Berufsfeldern und Innovationsvorhaben am Wirtschaftsstandort Schwedt verknüpft.

Der Transformationsunterricht ist ein praxisorientiertes Bildungs- und Beteiligungsformat der Wirtschaftsförderung Schwedt für Schülerinnen und Schüler der 9. Klassen. Ziel ist es, den Strukturwandel vor Ort verständlich zu machen und jungen Menschen aufzuzeigen, welche Chancen sich daraus ergeben. Jeder Projekttag begann mit einem kurzen Impuls der Wirtschaftsförderung: Wie verändert der Strukturwandel Wirtschaft, Stadtbild und das gesellschaftliche Miteinander? Welche Innovationsprojekte entstehen in Schwedt und welche Perspektiven eröffnen sie für Jugendliche und Auszubildende?
„Wenn sich die Industrie in Schwedt zukunftsorientiert ausrichtet, entstehen neue Berufsbilder und Arbeitsplätze – und damit Chancen für eure berufliche Zukunft hier vor Ort“, erklärte Susanne Schulz von der Wirtschaftsförderung.
Anschließend stellte die Zukunftsgeschichte CORA ein mögliches Schwedt im Jahr 2060 vor – mit einem KI-Center im Rathaus, klimaneutralen Wohnquartieren mit Dachgärten, biobasierten Materialien in der Kreislaufwirtschaft sowie grünem Kerosin für Flugtaxis. Die Vision diente als Ausgangspunkt, um über die Zukunft der Stadt und neue Technologien ins Gespräch zu kommen.
Im Rahmen einer Baustellenführung stellte Susanne Rummler von der Wirtschaftsförderung den Innovations- und Begegnungsort TRAVIS vor. Auf vier Etagen und rund 2.000 Quadratmetern entsteht bis voraussichtlich 2028 das erste sichtbare Projekt des Innovation Campus Schwedt. Zwischen Bahnhof Schwedt Mitte und Zentralem Omnibusbahnhof sind moderne Büroflächen, Veranstaltungs- und Besprechungsräume, ein Ausstellungsbereich sowie ein Makerspace als offene Werkstatt geplant. Des Weiteren wird ein Reallabor mit Pilotanlagen für die Bioökonomie und einen DemoHub für grüne Chemie umgesetzt. Das modernisierte Oberstufenzentrum, ein Lehrtechnikum sowie ein Boarding House mit 60 Plätzen für Auszubildende ergänzen den Campus. Susanne Rummler lud die Jugendlichen ein: „Wir wünschen uns, dass ihr das TRAVIS zu eurem Ort macht. Ihr könnt hier die Angebote des Wirtschaftsstandorts Schwedt mitgestalten und eure Ideen einbringen.“
In einem moderierten Planspiel vertraten die Schülerinnen und Schüler unterschiedliche Interessen aus der Stadt – etwa als Unternehmer, Gründerin, Politikerin, Rentner oder Jugendlicher. Anhand ihrer Rollenprofile diskutierten sie in Kleingruppen das Programm für das erste Jahr im TRAVIS: Welche Angebote soll es vor Ort geben? Was ist wichtig für Schwedt und warum? Innerhalb eines Budgets von 50.000 Euro galt es, verschiedene Interessen abzuwägen, Prioritäten zu setzen und sich auf drei bis vier umsetzbare Angebote zu einigen.
Zu den abschließend präsentierten Konzepten gehörten unter anderem intergenerationale Lernformate, Pop-up-Ausstellungen, ein Jugendtechniklabor für 3D-Druck, Robotik und Programmierung sowie Netzwerktreffen für Unternehmen und Start-ups. Weitere Vorschläge waren VR-Angebote zur Berufsorientierung, die regionale Unternehmen und Auszubildende miteinander vernetzen, Kooperationen mit Schulen, Volkshochschulen und Vereinen sowie ein Verleihservice für technisches Equipment und Laptops.
„Dieser Tag war echt interessant, weil ich mir jetzt viel besser vorstellen kann, was hier alles vor Ort entsteht – und was das mit mir zu tun hat“, sagte der 15-jährige Ben Kuttner im Anschluss an den Projekttag.
Mit dem Transformationsunterricht erlebten die Jugendlichen den Strukturwandel nicht als abstraktes Zukunftsthema, sondern als konkrete Entwicklung ihrer Stadt. Das Bildungsformat stärkt die Identifikation junger Menschen mit Schwedt als Wirtschaftsstandort und lebenswerter Stadt im Wandel.
Die 15-jährige Kim Marleen Günster zog ein positives Fazit: „Es ist echt wichtig, dass wir uns mit unseren Ideen in die Stadtentwicklung von Schwedt einbringen. Denn ich sage mal: Wir sind ja hier die Zukunft.“
Gefördert aus Mitteln des Bundes und des Landes Brandenburg im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe: „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ – GRW

