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Musik, Technik und jede Menge Leidenschaft

Foto: Arne Seelig 2026
Arne Seelig (Foto: Dennis Heinrich)

Interviewender: Dennis Heinrich
Interviewter: Arne Seelig


Mit 18 Jahren hat Arne Seelig bereits mehrere eigene Songs veröffentlicht. Der Abiturient verlässt in diesem Sommer die Musik- und Kunstschule Schwedt – und nimmt vor allem eine Leidenschaft mit: Musikproduktion.

Dennis Heinrich: Wie lange machst du schon Musik?

Arne: Vor nahezu genau einem Jahr komponierte und veröffentlichte ich mein erstes Lied „Overcoming“. Seitdem habe ich über das Jahr verteilt sechs weitere Instrumentalstücke und letztendlich auch meinen ersten Song mit Vocals der Welt präsentiert.

Dennis Heinrich: Wie kamst du auf die Idee eigene Musik aufzunehmen und diese dann auch zu veröffentlichen?

Arne: Initial hat mich der Soundtrack eines Videospiels inspiriert. Zu dieser Zeit startete ich auch den Tonstudiounterricht, der mir den Einblick in die Produktion verschaffte. Mein erster Versuch war es, einen Titel des Videospielsoundtracks mit Herrn Mikolai nachzustellen, das sich als schwer erwies, da der Künstler vermutlich komplexe Synthesizer verwendete. Also kam ich von diesem Gedanken wieder ab und machte mich an das ran, was ich schon konnte. Gitarre spielen. Es bereitet mir viel Spaß, auf eine Melodie und/oder Akkordabfolge aufzubauen und diese mit Effekten zu untermalen. Außerdem merkte ich, dass mich die Zeit mit mir selbst und der Mischung aus Technik und Musik erfüllt, wie eine Art Therapie. Meine Emotionen und Gedanken konnte ich dadurch ausdrücken. Nachdem wir eine Band aus Berlin aufgenommen, die das Resultat letztendlich veröffentlichten, war ich inspiriert. Dadurch kam dann der Gedanke, dass ich dasselbe auch mit meiner eigenen Musik tun kann.

Dennis Heinrich: Wie hast du das technisch gelöst?

Arne: Das Equipment für meine Stücke wurde von der Musik- und Kunstschule bereitgestellt. Dafür bin ich sehr dankbar, denn ich glaube, dass ich sonst nichts aufgenommen hätte. Und wenn, dann hätte es nicht dieselbe Qualität gehabt. Zusätzlich konnte ich mir die Lizenz für das Programm, womit man die Aufnahmen bearbeitet, von meiner Freundin ausborgen, die schon lange vorher im Tonstudio Unterricht hatte.

Dennis Heinrich: Kam der Impuls eigene Songs aufzunehmen durch den Tonstudiounterricht bzw. welchen Einfluss hatte er möglicherweise?

Arne: Grundsätzlich hatte der Tonstudiounterricht einen erheblichen Einfluss. Da ich ohnehin schon technisch interessiert bin, war der Tonstudiounterricht ein Volltreffer. Technik und Musik wurden vereint und das war und ist für mich faszinierend. Da ich dort lernte, wie man aufnimmt und anschließend die Audio-Dateien bearbeitet, war ich anschließend in der Lage, zuhause autark ohne Lehrer zu arbeiten. Die Übersicht und Einführung des Unterrichts waren also entscheidend. Nur so habe ich die Fähigkeiten erlangt, selbstständig zu arbeiten. Andererseits sind die Lieder auch zu einer für mich turbulenten Zeit entstanden, sodass ich eine Möglichkeit brauchte, Emotionen zu verarbeiten. Das war ein weiterer Faktor, der mich in diese Richtung lenkte.

Dennis Heinrich: Welchen Einfluss hatten vielleicht auch deine Lehrer?  

Arne: Meine Gitarrenlehrerin Magdalena Saritas war genau genommen der Anstoß, der den Stein ins Rollen gebracht hat. Sie hatte mich gefragt, ob ich denn Interesse hätte, mal im Tonstudio vorbeizuschauen, da sie erkannte, dass ich begeistert von Technik bin. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht einmal, dass die Musikschule ein Tonstudio besitzt.

Dennis Heinrich: Wie lange spielst du schon Gitarre?

Arne: Ich spiele seit 13 Jahren Gitarre.

Dennis Heinrich: Möchtest du auch andere Sachen mal aufnehmen und produzieren?

Arne: Vor kurzem haben sich Klassenkameraden und ich im Tonstudio getroffen, um ein Lied, geschrieben von Paula Ivers, aufzunehmen. Dabei betreute ich zusammen mit Anna Saritas und Sebastian Mikolai die Aufnahmen. Nach einer 5-stündigen Arbeit im Tonstudio setzte ich mich dann für ca. 13 Stunden über das Wochenende verteilt an die Nachbearbeitung, das heißt Frequenzanpassungen, Kompressoren, Hall-Effekte und andere Spezial-Effekte, die das Lied noch interessanter machen. Wenn ich ehrlich bin, macht mir die Nachbearbeitung eines Stückes am meisten Freude. Ich liebe es zum einen, kleine Details hinzuzufügen oder kleine Fehler zu entfernen. Zum anderen versuche ich immer, eine möglichst breite und realistische Bühne durch Hall und andere fortgeschrittene Effekte zu erschaffen. Das macht alles deutlich immersiver. Fakt ist, dass die meisten Konsumenten beim Hören von Musik die kleinen Feinheiten, wie zum Beispiel das Aufeinanderreihen von mehreren Stimmen oder das Einstreuen von kleinen Wortfetzen links und rechts, gar nicht bewusst wahrnehmen. Viele Sachen werden aber unterbewusst registriert und machen in folge dessen das Lied abwechslungsreicher und aufregender.

Dennis Heinrich: Danke für deine Zeit. Wir wünschen dir für die Zukunft alles Gute, viel Erfolg mit deiner Musik und wir hoffen noch ganz viel von dir zu hören.
Die Musik von Arne ist auf allen gängigen Plattformen zu finden.
Reinhören lohnt sich!
https://album.link/60bxpcnghtvt7


Dennis Heinrich/ÖA

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